Flexibilitätsvermarktung
Ungenutzte Kapazität an Energiemärkten vermarkten.
Zusätzlich zum primären Anwendungsfall vermarktet die Batterie ungenutzte Kapazität am Markt. Eigenverbrauch, Lastspitzenkappung und Einkaufsoptimierung bleiben dabei unverändert: Vermarktet wird nur die Leistung und Energie, die die Batterie danach noch frei hat.
Beispiel: 1.000 kWh Batterie, Preisunterschied 100 €/MWh (0,10 €/kWh) zwischen günstigen und teuren Stunden. Bei SOC-Spielraum 20 bis 80 % (600 kWh nutzbar) ergibt ein Zyklus rund 60 €; bleibt weniger Spielraum, etwa 40 bis 60 % (200 kWh), sind es rund 20 €.
Die Flexibilitätsvermarktung lässt sich erst ab 150 kW Speicherleistung aktivieren. Kleinere Speicher können am Markt nicht sinnvoll vermarktet werden, deshalb ist die Option dann nicht auswählbar.
Aktuell führt noch kein EMS die Flexibilitätsvermarktung automatisch in Echtzeit aus. Die Zahlen in Furo zeigen das wirtschaftliche Potenzial, nicht eine laufende automatische Ausführung.
Die automatisierte Echtzeit-Vermarktung dieser Kapazität ist die Vision hinter Furo Flex und befindet sich im Rollout über die Virtuelle Batterie.
Zwei Modelle für die Flex-Erträge
Unter „Wie sollen die Flex-Erträge modelliert werden?“ wählst du, wie Furo die Erlöse schätzt:
| Vermarkter-Pauschale | DAA & IDA Simulation | |
|---|---|---|
| So rechnet Furo | deine Pauschale in € pro MW und Jahr mal die im Schnitt freie Batterieleistung | Handel am Day-Ahead-Markt (DAA) und am Intraday-Markt (IDA1) mit den echten Viertelstundenpreisen aus dem Zeitraum deines Lastgangs |
| Freie Leistung | Nennleistung minus die Leistung für den Eigenbedarf, höchstens so viel, wie der Netzanschluss noch aufnehmen oder liefern kann; in Hochlastzeitfenstern (atypische Netznutzung) null | wie links, zusätzlich höchstens 730 Vollzyklen pro Jahr für die ganze Batterie |
| Neue Lastspitzen durch den Handel | nicht berücksichtigt | kosten Leistungspreis und sind eingerechnet; unter AgNes kostet die Lastspitze nichts, der Lastspitzen-Schutz bietet dort „Hard (Gedeckelt)“ gegen „Aus“ |
| Länder | alle | nur Deutschland |
Annahmen zur Flex-Vermarktung:
- Der Flex-Erlös des ersten Jahres gilt unverändert für jedes Jahr der Laufzeit.
- Die DAA & IDA Simulation zeigt den Markterlös vor dem Anteil deines Vermarkters und rechnet den Handel ohne Wirkungsgradverluste.
- Handelsstrom zahlt dort weder Netzentgelt noch Umlagen oder Stromsteuer, weil Furo die Befreiung nach § 118 Abs. 6 EnWG für die ganze Laufzeit ansetzt. Die Befreiung gilt 20 Jahre lang für Speicher, die bis August 2029 in Betrieb gehen; wie später in Betrieb genommene Speicher behandelt werden, ist regulatorisch noch offen.
- Unter AgNes zahlt der Handelsstrom zusätzlich keinen Netzentgelt-Arbeitspreis: der AgNes-Entwurf stellt die Mengen, die ein anlagengekoppelter Speicher aus dem Netz bezieht und zurückspeist, von den Arbeitspreisen frei, „soweit eine Abgrenzung dieser Mengen messtechnisch möglich ist“ (Tenor 10.2 Satz 3). Furo setzt dieses Messkonzept voraus. Ohne es wäre die Energie oberhalb der Bestellkapazität mit Arbeitspreis 2 zu bewerten; das rechnet Furo nicht mit, der Flex-Erlös fiele dann zu hoch aus.
- Regelenergie (FCR, aFRR) ist in keinem der beiden Modelle enthalten.
- Die Flex-Erlöse rechnen mit Laden aus dem Netz und Einspeisen ins Netz, auch wenn du „Grünstromspeicher“ aktivierst oder „Speicher-Einspeisung erlauben“ auf Nein stellst. Das Formular weist dich auf diese Kombination hin.