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Strompreise und Netzentgelte

Arbeitspreis (Tarifmodell) und Leistungspreis: die Preiseingabe für die Analyse.

Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung gibst du im Schritt „Tarif & Netzentgelte“ zwei Dinge getrennt an:

  • den Stromtarif: den Arbeitspreis (€/kWh) über eines von vier Tarifmodellen,
  • das Netzentgelt: zuerst, wonach es abgerechnet wird, dann die Preise dieses Modells.

Arbeitspreis: Tarifmodelle

Der Arbeitspreis ist der Preis pro kWh. Furo unterstützt vier Modelle:

Ein fester Arbeitspreis pro kWh, der für alle Stunden des Jahres gleich bleibt, wie bei einem klassischen Stromliefervertrag.

FeldBeschreibungBeispiel
GesamtstrompreisFester Strompreis inkl. aller Bestandteile: Beschaffung, Netzentgelt-Arbeitspreis, Umlagen und Steuern. Furo warnt unter 0,10 und über 0,30 €/kWh: darunter steckt meist nur der Netz-Arbeitspreis, darüber ein Wert in ct/kWh0,22 €/kWh

Netzstrom für die Batterie: Lädt die Batterie aus dem Netz, zahlt jede kWh den vollen Arbeitspreis, den du hier einträgst, also auch Netzentgelt, Umlagen und Stromsteuer. Eine Befreiung für gespeicherten Netzstrom rechnet Furo nicht ein, die Ergebnisse sind in diesem Punkt konservativ. Einzige Ausnahme ist die DAA & IDA Simulation der Flexibilitätsvermarktung.


Netzentgelt

Es gilt immer genau ein Modell, und darunter erscheinen genau dessen Felder. AgNes schaltest du oben rechts in der Karte ein; die übrigen Modelle wählst du unter „Abrechnung“, das erscheint, sobald mehr als eines davon in Frage kommt:

ModellWas das Netzentgelt trägtFür wen
LeistungspreisPreis je kW auf die gemessene Lastspitzedas heutige Standardmodell
Var. NetzentgeltePreis je kWh nach ZeitfensternVerbrauch unter 100.000 kWh/Jahr
AgNes (Schalter)Preis je kW auf eine BestellkapazitätDeutschland ab 2029: Mittel- und Hochspannung, in der Niederspannung ab 100.000 kWh/Jahr

Über die variablen Netzentgelte entscheidet der Jahresverbrauch, über AgNes zusätzlich die Spannungsebene: oberhalb der Niederspannung gilt AgNes unabhängig vom Verbrauch, in der Niederspannung erst ab 100.000 kWh. Unter 100.000 kWh kann deshalb beides zur Wahl stehen.

Der Netzentgelt-Arbeitspreis (€/kWh) steckt im Gesamtstrompreis. Du gibst ihn ein, sobald du die Preisaufschlüsselung aufklappst — dort ist er einer ihrer Posten und wird in der Summe mitgezählt. Gibst du nur einen Gesamtstrompreis an, ist er darin enthalten und wird nicht getrennt abgefragt. In Spanien entfällt der Block: dort rechnet die Vertragsleistung je Periode, die du in der eigenen Spanien-Sektion einträgst.

Leistungspreis

Der Leistungspreis ist der Preis, den Netzbetreiber für die Bereitstellung der maximal benötigten Anschlussleistung erheben, angegeben in €/kW. Die Batterie senkt ihn, indem sie die Lastspitze kappt. Typische Werte liegen bei 20–300 €/kW/Jahr bzw. 2–25 €/kW/Monat.

Jährliche oder monatliche Abrechnung

Ob sich der Leistungspreis auf die Jahreshöchstlast oder die monatliche Spitzenlast bezieht, hängt vom Land deiner Adresse ab; die Einheit passt sich entsprechend an (€/kW/Jahr bzw. €/kW/Monat):

  • Deutschland: jährlich (Jahreshöchstlast).
  • Schweiz: monatlich, über das Feld „Leistungspreis-Zeitraum“ auf jährlich umschaltbar — einige Verteilnetzbetreiber rechnen den Leistungspreis ab 2027 über die Jahreshöchstlast ab.
  • Österreich: monatlich, über das Feld „Leistungspreis-Zeitraum“ auf jährlich umschaltbar.

2.500-Stunden-Regel (nur Deutschland)

In Deutschland lässt sich der Leistungspreis nach der 2.500-Vollbenutzungsstunden-Regel (§ 19 StromNEV) zweigeteilt angeben: je ein Wert für ≥ 2.500 Stunden und < 2.500 Stunden. Der zweite Wert ist optional; ohne Angabe wird der Wert für ≥ 2.500 Stunden verwendet. Hebt der Speicher die Benutzungsstunden über die 2.500-Stunden-Grenze (oder senkt sie darunter), weist dich Fufu auf der Ergebnisseite darauf hin, das zweite Preisblatt nachzutragen.

Netzentgelte vom Netzbetreiber übernehmen (nur Deutschland)

Für deutsche Adressen sucht Furo den Netzbetreiber zu deiner Adresse heraus und zeigt ihn beim Feld „Spannungsebene“ an, direkt über dem Stromtarif. Wählst du dort die Spannungsebene deines Anschlusses (HS bis NS), übernimmt Furo Leistungspreis und Netz-Arbeitspreis aus dem Preisblatt des Netzbetreibers, je nach Jahresverbrauch zusätzlich die Zeitfenster für atypische Netznutzung oder variable Netzentgelte. Die Ebene entscheidet außerdem, ob AgNes zur Wahl steht. Triffst du keine Wahl, nimmt Furo Mittelspannung an.

AgNes (Deutschland, ab 2029)

Mit dem AgNes-Entwurf der Bundesnetzagentur entfällt ab 2029 der Leistungspreis auf die gemessene Jahreshöchstlast. Stattdessen bestellst du beim Netzbetreiber eine Kapazität und zahlst darauf einen Kapazitätspreis (€/kW/Jahr), dazu zwei Netzentgelt-Arbeitspreise: Netzentgelt-Arbeitspreis 1 für den Bezug unter der Bestellkapazität und ein höherer Netzentgelt-Arbeitspreis 2 für den Bezug darüber, laut Entwurf das 2- bis 3,5-Fache von Arbeitspreis 1. Abgerechnet wird Arbeitspreis 2 nur auf die Energie oberhalb der Bestellkapazität, nicht auf den gesamten Bezug der betroffenen Stunden.

AgNes gilt für jeden Anschluss oberhalb der Niederspannung und in der Niederspannung ab 100.000 kWh Netzbezug im Jahr. Planst du mit weniger als 100.000 kWh, ohne eine Spannungsebene gewählt zu haben, weist Furo dich bei der Spannungsebene darauf hin — in der Niederspannung wäre AgNes dann nicht möglich.

So stellst du es ein. Leg oben rechts in der Karte Tarif & Netzentgelte den Schalter AgNes um. Arbeitspreis 1 und 2 stehen dann in der Preisaufschlüsselung, der Kapazitätspreis unter Netzentgelt. Furo schlägt alle drei vor, umgerechnet aus dem Preisblatt deines Netzbetreibers für deine Spannungsebene — ohne Wahl für Mittelspannung; jede neue Wahl der Spannungsebene setzt die Vorschläge neu. Veröffentlicht hat die Preise noch kein Netzbetreiber, prüfe sie also als deine eigenen Annahmen.

Was Furo daraus rechnet. Die wirtschaftlich günstigste Bestellkapazität ermittelt Furo selbst, einmal ohne und einmal mit Batterie, und zeigt beide zusammen mit der Energie oberhalb der Bestellkapazität.

Was du in den Ergebnissen siehst. Die Projektkarte zeigt den Strompreis unter und über der Bestellkapazität, jeweils mit dem passenden Netzentgelt-Arbeitspreis in der Aufschlüsselung, und den Kapazitätspreis statt des Leistungspreises. Ganz unten steht die Jahresdauerlinie: der Netzbezug des Jahres von der höchsten Viertelstunde abwärts sortiert, einmal ohne und einmal mit Batterie, mit der jeweiligen Bestellkapazität als Linie. Wo die Linie die Kurve schneidet, liest du ab, wie viele Stunden im Jahr die Kapazität überschritten wird.

Mit AgNes klappt die Preisaufschlüsselung automatisch auf und bleibt offen. Den Gesamtstrompreis kannst du dann nicht mehr selbst eintippen, er ergibt sich aus den einzelnen Bestandteilen. In der Zeile Netzentgelt-Arbeitspreis stehen Arbeitspreis 1 und 2, und der Gesamtstrompreis zeigt zwei Werte: den Strompreis innerhalb und oberhalb der Bestellkapazität. Der Kapazitätspreis steht unter Netzentgelt, weil er je kW daneben abgerechnet wird.

Mit AgNes entfallen die atypische Netznutzung und die 2.500-Stunden-Regel: beide rechnen mit der gemessenen Lastspitze, die unter AgNes nichts mehr kostet. Aus demselben Grund lassen sich das Betreibermodell und die virtuelle Batterie nicht mit AgNes zusammen rechnen — beide beteiligen einen Partner an der Lastspitzenkappung. Die Flex-Vermarktung bleibt dagegen möglich — die zwischengespeicherte und ins Netz zurückgespeiste Energie zahlt unter AgNes keinen Netzentgelt-Arbeitspreis, sofern sie sich messtechnisch abgrenzen lässt; die Flexibilitätsvermarktung führt diese Annahme aus. Der Lastspitzen-Schutz bietet unter AgNes „Hard (Gedeckelt)“ gegen „Aus“ statt gegen „Soft (Aufschlag)“ — ohne Leistungspreis gibt es nichts, woran sich ein Aufschlag bemessen ließe. Der Schalter gilt für die ganze Karte: Im IST/SOLL-Vergleich rechnen beide Seiten nach AgNes oder beide nach dem heutigen Modell, gemischt geht nicht. Nimmt dir die gewählte Spannungsebene AgNes weg, fallen beide Seiten zusammen zurück.

In den Ergebnissen heißt der Netzentgelt-Balken der Ertragsaufschlüsselung dann Kapazitätspreis: der Kapazitätspreis auf die Bestellkapazität, die die Batterie einspart. Was die Batterie zusätzlich am Netzentgelt-Arbeitspreis spart, weil sie Energie von Arbeitspreis 2 oberhalb der Bestellkapazität zu Arbeitspreis 1 darunter verschiebt, steht als eigener Balken Netzentgelt-Arbeitspreis (AP1/AP2) daneben. In der Stromrechnung des teilbaren Links tritt der Kapazitätspreis an die Stelle des Leistungspreises.

Netzentgelte nach SNE-V (nur Österreich)

Für österreichische Adressen wählst du über dem Stromtarif die „Netzebene“ (NE 4–7). Furo übernimmt dann Leistungspreis, Netznutzungsentgelt und Netzverlustentgelt aus der Systemnutzungsentgelte-Verordnung (SNE-V 2018, Fassung 2026).

Die Tarife gelten je Netzbereich, und der richtet sich nach dem Netzbetreiber, nicht nach dem Bundesland. Furo ermittelt den Netzbetreiber über die Postleitzahl und zeigt ihn unter der Netzebene an. Teilen sich zwei Netzbetreiber eine Postleitzahl, wählst du zuerst im Feld „Netzbetreiber“ den richtigen aus.


Preiseingabe aus der Stromrechnung

Auf der Rechnung stehen alle Preisbestandteile einzeln, alle als Nettobeträge. Genau so gibst du sie in Furo ein: netto, ohne Mehrwertsteuer (ihre Summe trägt das Tool selbst in den Gesamtstrompreis ein, markiert mit „aus Einzelposten“). Lila markiert steht für den Strompreis, rot für den Leistungspreis:

Beispiel-Stromrechnung mit Furo-Markierungen: lila umrandete Positionen ergeben den Strompreis (€/kWh), die rot umrandete den Leistungspreis (€/kW).

Es gibt zwei Preisfelder: den Strompreis (€/kWh) und den Leistungspreis (€/kW). Unter dem Feld Gesamtstrompreis steht „Preis aufschlüsseln“. Es bestimmt, wie du den Strompreis eingibst:

  • Zugeklappt (Bild 1): du trägst in Gesamtstrompreis selbst die Summe aller €/kWh-Positionen ein.
  • Aufgeklappt (Bild 2): je ein Feld pro Position; die Umlagen sind vorbelegt und überschreibbar. Gesamtstrompreis bleibt darüber stehen, zeigt jetzt aber die Summe der Posten und ist nicht mehr tippbar.
Gesamtstrompreis zugeklappt: ein einziges tippbares Feld

Bild 1: zugeklappt, ein einziges Feld „Gesamtstrompreis“.

Gesamtstrompreis aufgeklappt: die Summe oben, darunter je ein Feld pro Preisbestandteil

Bild 2: aufgeklappt, die Summe oben und darunter ein Feld je Preisbestandteil.

So ordnen sich die Positionen der Rechnung den Feldern im Tool zu (detaillierter Modus, Bild 2; im einfachen Modus ergeben dieselben Positionen zusammen den einen Strompreis-Wert):

Auf der Rechnung (netto)Feld im ToolPreisfeld
Wirkarbeit + Öko-Option + LieferpaketStrombeschaffung (dyn. Tarif: Vermarktergebühr)Strompreis
Arbeitspreis NetznutzungsentgelteArbeitspreis NetzentgelteStrompreis
KonzessionsabgabeKonzessionsabgabeStrompreis
KWKGKWK-UmlageStrompreis
Aufschlag für besondere Netznutzung§19 StromNEV-UmlageStrompreis
Offshore-NetzumlageOffshore-NetzumlageStrompreis
StromsteuerStromsteuerStrompreis
Leistungspreis NetznutzungsentgelteLeistungspreisLeistungspreis

Im Beispiel: Strompreis 0,174860 €/kWh, Leistungspreis 89,2100 €/kW/Jahr (netto; Deutschland: jährlich). Getrennte Werte für ≥ und < 2.500 Stunden ergänzt du über das „+“-Feld (siehe „2.500-Stunden-Regel“ oben).

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