Wirtschaftlichkeit
Wie Kapitalwert, Amortisationszeit und Kumulierter Cash Flow entstehen — und was Diskontierungssatz und Fremdkapital darin bewirken.
Auf der Ergebnisseite stehen drei Zahlen im Mittelpunkt: Kapitalwert, Amortisationszeit und Kumulierter Cash Flow. Sie hängen zusammen, aber der Kapitalwert ist nicht einfach „jährliche Einsparungen × Projektlaufzeit". Furo rechnet für jedes Projektjahr einen eigenen Cashflow und zinst ihn ab. Diese Seite geht die Rechnung Posten für Posten durch, damit du jede Zahl deinem Kunden erklären kannst.
Schritt 1: Die jährlichen Einsparungen
Die Ertragsaufschlüsselung pro Jahr zeigt, woraus die Einsparungen des ersten Jahres bestehen. Je nach Anwendungsfall addiert Furo Eigenverbrauch, Lastspitzenkappung, Einkaufsoptimierung im dynamischen Stromtarif, Einspeisevergütung bzw. Direktvermarktung und zusätzliche Erträge — und zieht Stromkosten für die Ladung, den Wirkungsgradverlust, die Optimierungsgebühr und die Fremdkapitalzinsen ab. Klicke auf einen Balken, um zu sehen, wie Furo diesen Wert berechnet hat.
Jeder Balken ist eine Differenz: Furo rechnet dasselbe Jahr einmal ohne und einmal mit Batterie, mit demselben Lastgang, demselben PV-Profil und denselben Preisen. Was sich bei einem Kostenposten ändert, ist der Balken.
| Balken | So rechnet Furo |
|---|---|
| Lastspitzenkappung | Leistungspreiskosten ohne Batterie minus Leistungspreiskosten mit Batterie. Bei atypischer Netznutzung heißt der Balken „Atypische Lastspitzenkappung“ |
| Kapazitätspreis | unter AgNes an Stelle der Lastspitzenkappung: Kapazitätspreis mal Bestellkapazität ohne Batterie minus dasselbe mit Batterie |
| Netzentgelt-Arbeitspreis (AP1/AP2) | nur unter AgNes: was die Batterie am Netzentgelt-Arbeitspreis spart, weil sie Energie von Arbeitspreis 2 oberhalb der Bestellkapazität zu Arbeitspreis 1 darunter verschiebt |
| Eigenverbrauch | Stromkosten ohne Batterie minus Stromkosten mit Batterie |
| Einkaufsoptimierung | der Teil der Stromkostenersparnis, der entsteht, weil die Batterie günstigen Netzstrom lädt |
| Einspeisevergütung bzw. Direktvermarktung | Einspeiseerlös mit Batterie minus Einspeiseerlös ohne Batterie |
Einkaufsoptimierung gibt es nur beim dynamischen, strukturierten oder eigenen Tarif. Dort teilt Furo die Stromkostenersparnis im Verhältnis von PV-Ladung zu Netzladung auf Eigenverbrauch und Einkaufsoptimierung auf. Bei einem statischen Tarif zählt die ganze Ersparnis als Eigenverbrauch.
Schritt 2: Von den Einsparungen zum Cashflow
Die Einsparungen bleiben über die Laufzeit nicht konstant. Zwei Effekte verändern sie:
- Alterung der Batterie. Kapazität und Wirkungsgrad nehmen mit den Vollzyklen ab. Furo rechnet das aus der Zellchemie und den vom Optimierer ermittelten Vollzyklen pro Jahr mit, du musst dafür nichts eintragen.
- Einsparungsanpassung. Dieses Feld findest du in Schritt 3 unter „Zusätzliche Kosten“. Dein Prozentwert wirkt zinseszinsartig auf alle Posten: Bei +2 % liegen die Einsparungen im Jahr 10 um den Faktor 1,02⁹ höher. Damit bildest du Preissteigerungen ab, mit einem negativen Wert entsprechend sinkende Erlöse.
Hast du Fremdkapital hinterlegt, zieht Furo davon die Zinsen des jeweiligen Jahres ab. Was übrig bleibt, ist der Cashflow dieses Jahres.
Schritt 3: Kumulierter Cash Flow
Das Diagramm summiert diese Jahres-Cashflows auf. Jahr 0 ist die vollständige Investition — auch dann, wenn du das Projekt zum Teil über einen Kredit finanzierst. Jedes Folgejahr addiert den Cashflow dieses Jahres, weshalb die Balken bis zum Nulldurchgang negativ und danach positiv sind. Die Linie Projektlaufzeit markiert das Ende des betrachteten Zeitraums.
Die Tilgung deines Kredits erscheint hier bewusst nicht als eigener Posten: Die Investition steht bereits vollständig in Jahr 0. Würde die Rückzahlung zusätzlich abgezogen, wäre sie doppelt erfasst. Im Cashflow stehen deshalb nur die Fremdkapitalzinsen.
Schritt 4: Kapitalwert
Geld, das erst in einigen Jahren fließt, ist heute weniger wert als Geld heute. Deshalb rechnet Furo jeden Jahres-Cashflow auf seinen heutigen Wert zurück — je später das Jahr, desto stärker. Für ein einzelnes Jahr sieht das so aus:
Wert heute = Cashflow des Jahres ÷ (1 + Diskontierungssatz) hoch Jahresnummer
Der Kapitalwert ist die Summe dieser heutigen Werte, vermindert um die Investition. Ein Beispiel mit 250.000 € Investition, 30.000 € Einsparungen pro Jahr, 15 Jahren Projektlaufzeit und 2 % Diskontierungssatz:
| Jahr | Cashflow | geteilt durch | Wert heute |
|---|---|---|---|
| 1 | 30.000 € | 1,02 | 29.412 € |
| 2 | 30.000 € | 1,02 × 1,02 = 1,040 | 28.835 € |
| 3 | 30.000 € | 1,02³ = 1,061 | 28.270 € |
| … | … | … | … |
| 15 | 30.000 € | 1,02¹⁵ = 1,346 | 22.290 € |
| Summe | 450.000 € | 385.478 € |
Die 30.000 € aus dem letzten Jahr sind heute also nur noch 22.290 € wert — rund 74 Cent pro Euro. Nach Abzug der Investition bleibt ein Kapitalwert von 135.478 €.
Die naheliegende Rechnung „30.000 € × 15 Jahre − 250.000 €" käme dagegen auf 200.000 € und läge damit 64.522 € zu hoch. Diese Differenz ist der Abzinsungseffekt, und sie ist der häufigste Grund für Rückfragen zum Kapitalwert.
Abgezinst werden die Cashflows nach Zinsen — also das, was dir nach Bedienung des Kredits bleibt.
Zusätzliche Kosten
Neben Batterie und PV fallen weitere Kosten an, die die Wirtschaftlichkeit verschieben. Du erfasst sie in Schritt 3 unter Zusätzliche Kosten. Jedes Feld ist optional und zählt leer als 0.
Einmalige Kosten werden auf die Investition aufgeschlagen und stehen damit in Jahr 0 im Kumulierten Cash Flow:
| Feld | Wofür |
|---|---|
| Anlagenzertifikat | Zertifizierung der Anlage nach VDE-AR-N 4110 bzw. 4105 |
| Bau / Installation | Fundament, Aufstellung, Elektroinstallation, Brandschutz |
| EMS-Hardware | Steuerungstechnik für den Speicherbetrieb |
| Marge | dein Aufschlag als Installateur — als fester Betrag oder in Prozent der Batteriekosten (Einheit direkt im Feld umschalten) |
| Sonstige einmalige Kosten | alles Übrige, was einmalig anfällt |
| Rabatt | Nachlass oder Förderung, als Betrag oder in Prozent der Batteriekosten. Positiv eingeben — der Wert wird abgezogen |
Im Tooltip der Kachel Investition siehst du auf der Ergebnisseite, wie sich die Summe aus reinen Batteriekosten und diesen Zusatzkosten zusammensetzt.
Laufende Kosten wirken in jedem Projektjahr und senken die jährlichen Einsparungen:
| Feld | Wofür |
|---|---|
| Optimierungsgebühr | Betriebskosten der Optimierung, in €/kWh installierter Speicherkapazität pro Jahr. Übliche Spanne 3–10 €/kWh/Jahr — reine Lastspitzenkappung am unteren, Flexibilitätsvermarktung am oberen Ende |
| Zusätzliche Erträge oder Kosten | konstanter Jahresbetrag für alles Weitere, etwa pauschale Vergütungen oder Wartung. Kosten gibst du als negative Zahl ein |
Die Optimierungsgebühr erscheint als eigener Balken in der Ertragsaufschlüsselung. Sie wächst nicht mit der Einsparungsanpassung mit, weil sie ein vereinbarter Vertragspreis ist und kein Erlös.
Diskontierungssatz und Fremdkapital
Vier weitere Felder unter „Analyse-spezifische Einstellungen“ in Schritt 3 wirken auf diese Rechnung, und sie tun Unterschiedliches:
| Feld | Wirkung |
|---|---|
| Diskontierungssatz | dein Anspruch an das eingesetzte Eigenkapital. Wirkt nur auf den Kapitalwert, nicht auf die jährlichen Einsparungen. Standard 2 % |
| Fremdkapitalquote | welcher Anteil der Investition als Kredit angenommen wird. Über 0 % rechnet Furo mit einem Kredit |
| Fremdkapitalzins | Zinssatz dieses Kredits |
| Kreditlaufzeit | über wie viele Jahre der Kredit läuft |
Der Kredit wird als Annuität gerechnet: gleichbleibende Jahresraten, in denen der Zinsanteil von Jahr zu Jahr sinkt. Nach Ende der Kreditlaufzeit fallen keine Zinsen mehr an, der Cashflow steigt dort sichtbar. Der Balken Fremdkapitalzinsen in der Ertragsaufschlüsselung zeigt das erste Jahr und damit die höchste Zinsbelastung.
Eine höhere Fremdkapitalquote senkt die jährlichen Einsparungen, weil Zinsen anfallen — die Investition in Jahr 0 bleibt davon unberührt. Willst du eine reine Eigenkapitalbetrachtung, setze die Fremdkapitalquote auf 0 %.
Amortisationszeit
Die Amortisationszeit ist der Zeitpunkt, an dem die aufsummierten Einsparungen die Investition erreichen — nicht abgezinst, aber nach Abzug der Fremdkapitalzinsen. Innerhalb des Jahres interpoliert Furo linear, du siehst deshalb auch Werte wie 8,4 Jahre. Zahlt sich das Projekt über den betrachteten Zeitraum nicht zurück, weist Furo keine Amortisationszeit aus.
In der kombinierten Analyse steht daneben Amortisationszeit - PV. Sie stellt allein die PV-Investition dem PV-Nutzen gegenüber, ohne Zinsen und ohne Alterung — deshalb amortisieren PV und Speicher unterschiedlich schnell. Eine getrennte Amortisation nur für den Speicher gibt es in der kombinierten Analyse nicht.
Zwei Varianten, fast gleiche Einsparungen, sehr verschiedener Kapitalwert
Wenn zwei Analysen ähnlich viel pro Jahr einsparen, sich im Kapitalwert aber deutlich unterscheiden, liegt es fast immer an einem dieser vier Punkte:
- unterschiedliche Investition — bei gleicher Einsparung entscheidet der Preis
- unterschiedliche Projektlaufzeit — jedes zusätzliche Jahr bringt einen weiteren abgezinsten Cashflow
- unterschiedliche Einsparungsanpassung — der Zinseszins wirkt über die Laufzeit stark
- Fremdkapital — Zinsen mindern jeden Jahres-Cashflow
CO₂-Einsparung und Baumäquivalente
Neben den Geldwerten weist Furo die Jährliche CO₂-Einsparung und die CO₂-Einsparungen in Baumäquivalenten aus. Beide folgen aus dem vermiedenen Netzbezug, bewertet mit einem festen Emissionsfaktor:
CO₂-Einsparung [kg/Jahr] = 0,427 kg CO₂-Äq./kWh × vermiedener Netzbezug [kWh/Jahr]
Baumäquivalente [Bäume] = CO₂-Einsparung / 23 kg CO₂ je Baum und JahrDer Emissionsfaktor ist 427 g CO₂-Äquivalente pro kWh — der deutsche Strommix für 2024 einschließlich Vorketten aus der UBA-Veröffentlichung CLIMATE CHANGE 13/2025 „Entwicklung der spezifischen Treibhausgas-Emissionen des deutschen Strommix in den Jahren 1990–2024" (Petra Icha, Dr. Thomas Lauf, Umweltbundesamt, April 2025). Für die Baumäquivalente rechnet Furo mit 23 kg CO₂, die ein Baum pro Jahr bindet.
In den vermiedenen Netzbezug geht ein:
- die Last, die die Batterie statt des Netzes deckt
- die Einspeisung der Batterie ins Netz
- abzüglich der Netzladung der Batterie — ein aus dem Netz geladener Zyklus spart deshalb kein CO₂, sondern kostet den Wirkungsgradverlust
- in der kombinierten Analyse zusätzlich der PV-Eigenverbrauch. Bei einer Bestands-PV-Anlage nicht: diese Einsparung gibt es schon ohne das Projekt.
Selbst nachrechnen
Im CSV-Export und als Platzhalter im PowerPoint-Report bekommst du die Zwischenschritte: den kumulierten Cashflow je Jahr, die Einsparung je Projektjahr sowie Diskontierungssatz, Fremdkapitalquote und Fremdkapitalzinsen. Die Interne Rendite (IRR) steht ebenfalls im PowerPoint-Report.