Lastprofil
Welchen Lastgang-Typ du brauchst, welches Format gilt und was du ohne eigene Daten tust.
Das Lastprofil ist dein Stromverbrauch über ein Jahr und die Grundlage jeder Auslegung: Auf dieser Zeitreihe berechnet Furo die wirtschaftlich optimale Batterie. Du hinterlegst es im Schritt Vorhandene Daten.
Welchen Lastgang-Typ du hast
Sobald du „PV-Anlage geplant oder vorhanden?“ mit Ja beantwortest, legst du fest, in welcher Form dein Lastgang vorliegt. Die Wahl bestimmt, welche Daten du hochlädst und wie Furo deinen Verbrauch für die Optimierung rekonstruiert.
Gesamtverbrauch (Brutto)
Der reine Stromverbrauch ohne Berücksichtigung einer PV-Anlage, zum Beispiel bei einer noch nicht vorhandenen, sondern geplanten PV-Anlage.
Bezug (Netto)
Der tatsächliche Strombezug aus dem Netz nach Abzug der PV-Eigenverbrauchsdeckung. Bei dieser Option lädst du zusätzlich ein PV-Überschussprofil hoch; Furo rekonstruiert daraus dein Gesamtverbrauchsprofil für die Optimierung.
Gesamtverbrauch (Brutto) und Bezug (Netto) führen zum gleichen Optimierungsergebnis. Wähle einfach die Variante, die zu deinen verfügbaren Daten passt. Achtung: Ein Netto-Lastgang (Bezug) hat die PV-Erzeugung bereits abgezogen. Wählst du die falsche Art, wird die PV doppelt gezählt.
Volleinspeisung
Kein Eigenverbrauch: Die gesamte PV-Erzeugung wird ins Netz eingespeist (Volleinspeiser), typisch für Freiflächenprojekte ohne eigenen Verbrauch. Es wird kein Lastgang benötigt; optional gibst du eine konstante Grundlast für einen geringen Eigenverbrauch an. In den Ergebnissen erscheint dieser Fall als Anwendungsfall „Zeitversetzte PV-Einspeisung (SPV)“.
Welcher Typ zu deinen Daten passt
Maßgeblich ist, was dein Zähler liefert: den gesamten Verbrauch oder nur den Netzbezug nach Abzug der PV. Daraus ergibt sich der Typ — und welche PV-Profile du zusätzlich hinterlegst.
| Du hast … | Lastgang-Typ | Zusätzlich je PV-Anlage |
|---|---|---|
| keine PV-Anlage | Gesamtverbrauch (Brutto) | – |
| Verbrauchslastgang, PV erst geplant | Gesamtverbrauch (Brutto) | Anlagentyp: Geplant, Erzeugungsprofil optional |
| Bezugslastgang aus dem Zähler, Bestands-PV speist Überschuss ein | Bezug (Netto) | Anlagentyp: Bestandsanlage + PV Überschuss/Exportprofil |
| Bezugslastgang plus zusätzlich geplante Anlage | Bezug (Netto) | Überschussprofil für die Bestandsanlage, Geplant für die neue |
| keinen Verbrauch, alles geht ins Netz | Volleinspeisung | – (optional konstante Grundlast) |
Welche PV-Profile dazugehören
Das PV Erzeugungsprofil ist die gesamte Produktion der Anlage, das PV Überschuss/Exportprofil nur der ins Netz eingespeiste Teil — diese Verwechslung hält am häufigsten auf. Beide hinterlegst du im Block der jeweiligen Anlage unter PV Produktion, nicht beim Lastprofil-Upload. Die Frage „Profil vorhanden?" schaltet nur das optionale Erzeugungsprofil frei; das Überschussprofil erscheint, sobald der Anlagentyp auf Bestandsanlage steht.
Mehrere Bestandsanlagen oder Ausrichtungen legst du über das Plus-Symbol an; ein gemeinsames Überschussprofil deckt sie zusammen ab.
Ohne eigenes Erzeugungsprofil genügen Peak-Leistung, Neigung und Azimut: Furo berechnet die Erzeugung aus Wetterdaten für deinen Standort. Ein fehlendes Überschussprofil lässt sich so nicht ersetzen, weil erst daraus hervorgeht, welcher Teil deiner Erzeugung nicht selbst verbraucht wurde.
Wechsle nicht den Lastgang-Typ, nur damit die Eingabe weitergeht. Ein Nettolastgang, den du als Gesamtverbrauch (Brutto) deklarierst, zählt die PV doppelt und führt zu einer deutlich zu kleinen optimalen Batterie. Fehlt dir ein Profil, leite es mit dem Daten-Assistenten aus den vorhandenen ab.
Format und Auflösung
Dein Lastprofil lädst du als CSV- oder Excel-Datei (.xlsx) hoch; Excel-Dateien wandelt Furo automatisch um. Deine Datei musst du dafür nicht umbauen: Spaltenüberschriften darfst du frei benennen — du wählst beim Upload selbst aus, welche Spalte der Zeitstempel und welche der Wert ist. Semikolon, Komma, Tabulator und Pipe erkennt Furo als Trennzeichen, deutsches Dezimalkomma und internationalen Punkt ebenso.
Zeitraum und Auflösung
Zwischen dem ersten und letzten Zeitstempel müssen 365 bis 366 Tage liegen, in 15-Minuten- oder Stundenwerten (35.040 bzw. 8.760 Werte, mit einer Toleranz von rund zwei Tagen). Die Auflösung erkennt Furo selbst.
Es muss kein Kalenderjahr sein: ein rollierendes Jahr, etwa von Juli bis Juni, ist genauso gültig, und einen bestimmten Startzeitpunkt verlangt Furo nicht.
Einheit kW oder kWh
Nach Daten validieren wählst du bei Viertelstundenwerten die Ursprüngliche Einheit deiner Datei. Enthält sie Energiemengen (kWh je Viertelstunde), rechnet Furo sie durch die Intervalllänge in Leistung um. Wählst du hier kW, obwohl die Datei Viertelstunden-kWh enthält, rechnet Furo mit einem Viertel deiner tatsächlichen Leistung — Last und PV-Einspeisung fallen entsprechend zu klein aus. Bei Stundenwerten entfällt die Auswahl, weil kWh je Stunde und kW zahlengleich sind.
Zeitstempel
Datum und Uhrzeit dürfen in einem Feld stehen oder getrennt — für getrennte Spalten setzt du „Datums- und Zeitangabe getrennt". Ohne jeden Zeitstempel lädst du nur die Wertespalte hoch und gibst Startdatum und Auflösung an.
Erkannt werden unter anderem 01.01.2026 00:15, 2026-01-01 00:15, 2026-01-01T00:15, 1. Jan 2026 00:15 sowie Uhrzeiten als 0:15, 00.15, 0015, 0:15 Uhr und mit AM/PM. Sekunden und Millisekunden sind erlaubt, 24:00 gilt als Mitternacht des Folgetags. Die Uhrzeiten müssen auf vollen Viertelstunden liegen (:00, :15, :30, :45) — manche Zählerexporte beschriften jedes Intervall eine Minute früher (00:14, 00:29, …); solche Dateien lehnt Furo ab, weil die Werte sonst nicht auf die Strompreise und Netzentgelt-Zeitfenster passen. Angehängte Zeitzonen (Z, +01:00, MEZ/MESZ) werden abgeschnitten und die Uhrzeit wörtlich übernommen.
Zwei Dinge nimmt Furo nicht an: reine Excel-Seriennummern wie 45658 anstelle eines Datumstexts, und unplausible Datumswerte. Ist aus der Spalte nicht ableitbar, ob Tag oder Monat vorn steht — weil kein Wert über 12 liegt —, liest Furo tagzuerst (deutsche Schreibweise) und weist dich darauf hin.
Zeitumstellung
Zeitstempel werden als lokale Uhrzeit übernommen, unabhängig von der Zeitzone deines Rechners. Die Kennzeichnung a/b der doppelten Oktoberstunde erkennt Furo, doppelte Zeitstempel behält es nur einmal, und die fehlende Märzstunde ist kein Fehler.
Was die Meldungen beim Upload bedeuten
Fast alle Meldungen unter Validierungsprobleme kommen aus vier Ecken: Zeitstempelformat, Einheit, abgedeckter Zeitraum und Auflösung.
| Meldung | Ursache | Was du tust |
|---|---|---|
| Ungültige Zeitstempel | Format nicht erkannt, Excel-Seriennummern oder unmögliche Datumswerte | Zeitstempelspalte als Text mit einem der oben genannten Formate ausgeben |
| Ungültiger Wert | Text, leere Zellen oder Einheiten in der Wertespalte | nur Zahlen in der Wertespalte, Einheit gehört in die Überschrift |
| Negative Werte sind im Profil nicht erlaubt | Vorzeichen für Einspeisung in einem Profil, das nur positive Werte annimmt | Bezug und Einspeisung in getrennte Spalten trennen |
| Unzureichende Daten | Spanne unter 365 Tagen | vollständiges Jahr exportieren; Lücken am Rand prüfen |
| Zu viele Daten | Spanne über 366 Tagen | auf ein Jahr zuschneiden |
| Ungültige Zeitauflösung | Anzahl der Werte passt weder zu 15-Minuten- noch zu Stundenwerten | auf gleichmäßige Intervalle prüfen, fehlende Zeilen ergänzen |
| Zeitstempel liegen nicht im 15-Minuten-Raster | Uhrzeiten wie 00:14 oder 00:29 statt voller Viertelstunden | Zeitstempel in der Datei auf :00, :15, :30, :45 setzen |
| Startdatum erforderlich | Datei ohne Zeitstempel hochgeladen | Startdatum und Auflösung angeben |
Lädst du zu einem Nettolastgang weitere Profile hoch, prüft Furo sie zusätzlich gegeneinander. Die roten Meldungen musst du beheben, bevor du fortfahren kannst; die orangefarbenen sind Hinweise, mit denen du weiterarbeiten kannst:
| Meldung | Blockiert? | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| Unterschiedliche Auflösungen | ja | Lastgang und PV-Profile müssen dieselbe Auflösung haben, weil die Werte je Zeitstempel verrechnet werden |
| Unterschiedlicher Startzeitpunkt | ja | die Profile decken nicht denselben Zeitraum ab |
| PV-Überschuss ist größer als die PV-Erzeugung | ja | Überschuss- und Erzeugungsprofil passen nicht zusammen, oder die Einheiten unterscheiden sich |
| Nettolast und PV-Überschuss sind gleichzeitig positiv | nein | ein Standort bezieht oder speist ein, nie beides zugleich. Gemeldet wird erst, wenn beide Seiten über 10 % ihres jeweiligen Maximums liegen — vereinzelte kleine Überlappungen aus einem simulierten Überschussprofil sind normal |
Zu den meisten Meldungen steht darunter, was du dagegen tun kannst.
Liegt es nicht am Format, sondern an den Rohdaten selbst, erzeugst du mit dem Daten-Assistenten ein validiertes Profil. Über den Link in der roten Meldung springst du direkt dorthin: Furo speichert deine Auslegung als Entwurf, legt eine neue Unterhaltung an, hängt die beanstandeten Profile an und schreibt die Meldungen schon in die Nachricht — du ergänzt nur noch, was du über die Daten weißt, und schickst sie ab. Das korrigierte Profil holst du dir anschließend mit „Zur Analyse“ in genau diesen Entwurf zurück.
Kein eigener Lastgang?
Wähle in der Lastprofil-Bibliothek ein Standardlastprofil und gib nur deinen Jahresverbrauch ein; Furo skaliert das Profil auf diesen Wert. Optional gibst du zusätzlich eine Lastspitze in kW an. Zum Ausprobieren steht außerdem ein Demo-Lastgang bereit.
Rohdaten oder unstrukturierte Dateien?
Liegen deine Verbrauchsdaten nur als Rechnung, unsortierte Tabelle oder Bild vor, erstellst du daraus mit dem Daten-Assistenten ein sauberes, validiertes Lastprofil.