Glossar
Fachbegriffe rund um Batteriespeicher, Netzentgelte und Strommärkte, kurz erklärt und mit den passenden Stellen in den Docs verlinkt.
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- Abgrenzungsoption
- Im MiSpeL-Rahmen die Möglichkeit, messtechnisch nachzuweisen, welcher Anteil der gespeicherten Energie aus der PV-Anlage und welcher aus dem Netz stammt, um Förderung und Abgaben korrekt zuzuordnen.Praktisch heißt das: Statt pauschal die ungünstigste Annahme hinzunehmen, wird per Messkonzept nachgewiesen, wie viel Netzstrom tatsächlich in den Speicher geflossen ist. Das kostet Messaufwand, lohnt sich aber, wenn der Netzstromanteil klein ist.
- AgNesAllgemeine Netzentgeltsystematik Strom
- Verfahren der Bundesnetzagentur, das die heutige Netzentgeltsystematik (StromNEV) ersetzt. Läuft seit Mai 2025, finale Festlegung Ende 2026, in Kraft ab 1. Januar 2029.Was sich für die Lastspitzenkappung ändert: Heute bestimmt ein einziger ungünstiger 15-Minuten-Wert im Jahr den Leistungspreis. Nach AgNes treten drei Komponenten an seine Stelle, ein Kapazitätspreis für vorab gebuchte Leistung, Arbeitspreis 1 auf alle Kilowattstunden innerhalb dieser Buchung und Arbeitspreis 2 als Strafpreis auf jede Kilowattstunde darüber. Lastspitzenkappung heißt dann nicht mehr, eine Jahresspitze zu kappen, sondern dauerhaft unter der gebuchten Kapazität zu bleiben. Zusätzlich geplant sind ortsabhängige dynamische Netzentgelte und erstmals Entgelte auf die Einspeisung.
- AmortisationPayback
- Zeitraum, bis die Einsparungen die Investition ausgeglichen haben. Anschauliche Ergänzung zum Netto-Kapitalwert, berücksichtigt aber keine Erträge nach dem Break-even.
- Ankunftsmuster
- Einstellung in der Ladeinfrastruktur-Simulation: Batch bündelt Ankünfte zu festen Zeiten, Kontinuierlich verteilt sie über den Tag.
- Anlagenzertifikat
- Nachweis, dass eine Erzeugungsanlage die netztechnischen Anforderungen des Netzbetreibers erfüllt. Bei einer bestehenden PV-Anlage plus Speicher werden beide gemeinsam betrachtet.
- Arbeitspreis
- Der Arbeitspreis ist ein Teil der Netzentgelte und wird vom Verteilnetzbetreiber pro verbrauchter Kilowattstunde abgerechnet.
- Atypische Netznutzung
- Reduzierte Netzentgelte dafür, dass die Last gezielt in den Hochlastzeitfenstern des Verteilnetzbetreibers gesenkt wird, statt pauschal die höchste Jahresspitze zu kappen.Die Logik dahinter: Das Netz wird für den Moment der höchsten Gesamtlast ausgebaut. Wer genau dann weniger bezieht, entlastet das Netz und zahlt weniger. Deshalb zählt nur die Reduktion innerhalb der Hochlastzeitfenster, nicht die Jahreshöchstlast. Die Fenster legt der zuständige Verteilnetzbetreiber fest und veröffentlicht sie.
- Aufschlag auf Börsenstrompreis
- Fester Betrag, der beim dynamischen Tarif auf den Spotpreis addiert wird: Umlagen, Steuern, Netzentgelt-Arbeitspreis und Anbieteraufschlag.
- Batterieportfolio
- Eigene Batteriemodelle, die sich per PDF-Datenblatt in Furo hinterlegen lassen, statt mit der automatisch berechneten optimalen Größe zu rechnen.
- Baugenehmigung
- Behördliche Genehmigung für die Errichtung des Speichers. Die Anforderungen sind sehr individuell, eine frühe Abstimmung mit dem Landratsamt lohnt sich.
- BDEW-StandardlastprofilSLP
- Genormtes Verbrauchsprofil für Kunden ohne eigenen Lastgang: G0 bis G6 für Gewerbe, H0 für Haushalte, L0 bis L2 für Landwirtschaft.
- Behind the MeterBTM
- Die Anlage steht hinter dem Netzverknüpfungspunkt und optimiert den Verbrauch des Standorts, etwa durch Eigenverbrauch und Lastspitzenkappung. Der Regelfall für die Projekte, die Furo rechnet.Merksatz: BTM verdient an Kosten, die nicht entstehen, FTM an Erlösen, die entstehen. Ein BTM-Speicher konkurriert mit dem Strompreis von vielleicht 25 ct/kWh, ein FTM-Speicher mit dem Spotpreis von vielleicht 8 ct/kWh. Deshalb rechnen sich Speicher hinter dem Zähler oft schon bei deutlich kleineren Anlagen.
- Benutzungsstunden
- Jahresverbrauch geteilt durch die höchste Lastspitze. Ober- und unterhalb von 2.500 Stunden gelten unterschiedliche Netzentgelt-Tarifstufen.Rechenbeispiel: 1.000.000 kWh Jahresverbrauch bei 400 kW Spitze ergibt 2.500 Benutzungsstunden. Unterhalb der Schwelle gilt ein niedrigerer Leistungspreis und ein höherer Arbeitspreis, oberhalb umgekehrt. Eine Batterie senkt die Spitze und verschiebt den Betrieb damit nach oben, was je nach Verbrauchsprofil günstiger oder teurer sein kann. Genau hier entstehen die scheinbar widersprüchlichen Ergebnisse.
- BESSBattery Energy Storage System
- Englischer Sammelbegriff für das Gesamtsystem aus Batterie, Leistungselektronik und Steuerung. Wird in Ausschreibungen, Lieferverträgen und im Live-Betrieb häufiger verwendet als die deutsche Langform.
- Betreibermodell
- Vertragskonstruktion, in der ein Betreiber die Anlage finanziert, errichtet und betreibt, während der Abnehmer den Strom bezieht, ohne selbst zu investieren.
- BetriebskostenOPEX
- Laufende Kosten über die Projektlaufzeit, etwa Wartung, Versicherung und Monitoring. Sie mindern den Netto-Kapitalwert und fehlen in Angeboten häufig.
- BKVBilanzkreisverantwortlicher
- Marktteilnehmer, der dafür verantwortlich ist, dass Einspeisung und Entnahme in seinem Bilanzkreis in Summe ausgeglichen sind. Relevant, sobald eine Anlage selbst vermarktet oder direktvermarktet wird.
- BMSBatteriemanagementsystem
- Überwacht Zellspannungen, Temperatur und Ladezustand auf Hardware-Ebene und schützt die Batterie vor Über- oder Tiefentladung. Abzugrenzen vom EMS, das die übergeordnete Lade-/Entladestrategie steuert.
- BNetzABundesnetzagentur
- Bundesbehörde, die unter anderem das Marktstammdatenregister führt und Netzentgelte sowie Anschlussbedingungen reguliert.
- Brandschutz
- Auflagen für Aufstellort, Abstände und Löschkonzept eines Batteriespeichers. Hängt von Größe und Aufstellung ab und wird in der Planung oft unterschätzt.
- C-Rate
- Verhältnis von Lade- oder Entladeleistung (kW) zur Kapazität (kWh) einer Batterie. Bestimmt, wie schnell eine Anlage laden oder entladen kann, und ist damit neben der Kapazität ein eigener Auslegungsfaktor.
- C&ICommercial & Industrial
- Gewerbe- und Industriekunden: die Zielgruppe für Speicher im Bereich von einigen hundert kW bis wenige MW.
- CAPEXCapital Expenditure, Investitionskosten
- Einmalige Kosten für Anschaffung und Errichtung der Anlage. Gegenstück zu den laufenden Betriebskosten (OPEX); beide zusammen bestimmen den Netto-Kapitalwert.
- Day-Ahead-SpotmarktDAA
- Strombörse, an der Strom für den Folgetag stundenweise gehandelt wird. Die Preise (ENTSO-E) sind Basis für dynamische Tarife und Spot-Markt-Arbitrage.
- Digitaler Zwilling
- Rechnerisches Abbild einer realen Anlage, das mit echten Prognosen mitläuft. In Furo ist das die Virtuelle Batterie.
- DirektvermarktungDV
- Verkauf von PV-Strom über einen Direktvermarkter am Markt statt über die feste Einspeisevergütung, meist zusammen mit der gleitenden Marktprämie.
- Dynamischer Stromtarif
- Tarif, dessen Strompreis stündlich dem Day-Ahead-Spotpreis folgt, zuzüglich eines festen Aufschlags. Etwa bei unseren Partnern LUOX Energy oder Stadtwerke Ludwigsburg.
- EEGErneuerbare-Energien-Gesetz
- Gesetzlicher Rahmen für die Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland. Regelt unter anderem Einspeisevergütung, Direktvermarktung und die gleitende Marktprämie.
- Eigenkapital
- Der selbst finanzierte Anteil der Investition, Gegenstück zur Fremdkapitalquote. Die Konfiguration mit dem höchsten Kapitalwert bindet oft am meisten Eigenkapital.
- Eigenverbrauchsquote
- Anteil des selbst erzeugten PV-Stroms, der direkt vor Ort verbraucht wird. Mit Speicher typischerweise von rund 30% auf 60 bis 80%.
- EinspeisemanagementEinsMan
- Regelung, nach der der Netzbetreiber Erzeugungsanlagen bei Netzengpässen fernsteuern und abregeln darf. Eine mögliche Ursache für PV-Abregelung, unabhängig von der Wechselrichter-Grenze.
- Einspeisevergütung
- Feste Vergütung pro eingespeister Kilowattstunde PV-Strom. Alternative zu gleitender Marktprämie und Direktvermarktung.
- EMSEnergiemanagementsystem
- Die Steuerung, die entscheidet, wann die Batterie lädt und entlädt. Entweder statisch nach festen Regeln oder prognosebasiert.
- EntladetiefeDoD, Depth of Discharge
- Anteil der Kapazität, der tatsächlich genutzt wird. Standardannahme in Furo: 98%.
- ENTSO-E
- Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber. Liefert die Day-Ahead-Spotpreise, mit denen Furo rechnet.
- EPEX SPOT
- Europäische Strombörse, an der Day-Ahead- und Intraday-Handel stattfinden. Liefert die Preise, auf denen dynamische Tarife und Spot-Markt-Arbitrage basieren.
- Erheblichkeitsschwelle
- Mindestreduktion der Last im Hochlastzeitfenster, damit atypische Netznutzung anerkannt wird: 10% bei HöS/HS, 20% bei HS/MS, 30% bei MS/NS.
- ErlösquelleErlösstrom
- Einzelner wirtschaftlicher Hebel, aus dem sich die Gesamteinsparung zusammensetzt, etwa Eigenverbrauch, Lastspitzenkappung oder Spotmarkt. Furo weist die Quellen im Ergebnis getrennt aus.Wichtig fürs Kundengespräch: Die Quellen addieren sich nicht einfach. Die Batterie kann eine Kilowattstunde nur einmal verwenden. Lädt sie günstig für den Spotmarkt, fehlt die Kapazität womöglich für die Lastspitze am Nachmittag. Deshalb verschiebt sich die Aufteilung, sobald Einstellungen geändert werden, und die Gesamtsumme fällt niedriger aus als die Summe der einzeln gerechneten Anwendungsfälle.
- EVUEnergieversorgungsunternehmen
- Sammelbegriff für Unternehmen, die Kunden mit Strom beliefern, etwa Grundversorger, Direktvermarkter oder spezialisierte Lieferanten.
- EZA-ReglerErzeugungsanlagen-Regler
- Fernwirktechnik, über die der Netzbetreiber Erzeugungs- und Speicheranlagen ab einer bestimmten Leistung fernsteuern und abregeln kann. Die Kompatibilität mit dem jeweiligen Regler ist Voraussetzung für den Netzanschluss.
- Fahrplan
- Zeitplan fürs Laden und Entladen über die nächsten 24 bis 48 Stunden, den die Virtuelle Batterie rollierend aus Prognosen erzeugt.
- FlexibilitätsvermarktungFlex, Flexmarkt
- Verkauf ungenutzter Batteriekapazität an Energiemärkten. In Furo als eigene Produktstufe angekündigt, heute abgebildet über Spot-Markt-Arbitrage.
- Fremdkapitalquote
- Anteil der Investition, der über Kredit finanziert wird. Zusammen mit dem Zinssatz in den erweiterten Einstellungen anpassbar.
- Front of the MeterFTM
- Die Anlage steht direkt am Netz statt hinter dem Anschluss eines Verbrauchers und verdient ausschließlich über die Vermarktung an Energiemärkten, nicht über eingesparte Strombezugskosten.FTM-Projekte sind größer, regulatorisch aufwendiger und hängen vollständig an Marktpreisen, weil kein Verbraucher dahintersteht, dessen Rechnung sie senken könnten.
- Gleitende Marktprämie
- Ausgleichszahlung zwischen dem am Markt erzielten Wert und dem anzulegenden Wert. Macht die Direktvermarktung planbar.
- Graustrom
- Aus dem Netz bezogener Strom ohne Nachweis erneuerbarer Herkunft, im Gegensatz zum selbst erzeugten PV-Strom. Ob ein Speicher Graustrom laden darf, entscheidet über Förderung und Abgaben.Graustrom ist nicht per se schlecht für die Wirtschaftlichkeit. Wenn nachts günstig geladen und damit tagsüber eine teure Lastspitze gekappt wird, kann sich das rechnen, auch wenn Abgaben anfallen. Der Haken liegt bei der Förderung, nicht beim Strompreis. Deshalb fragt Furo, ob der Speicher Netzstrom laden darf, und rechnet die Folgen mit.
- Graustromspeicher
- Speicher, der ausdrücklich auch Netzstrom laden darf, nicht nur PV-Überschuss. Relevant für MiSpeL und für negative Eigenverbrauchseinsparungen.
- Grünstrom
- Strom aus erneuerbaren Quellen, im Speicherkontext meist der selbst erzeugte PV-Strom. Die Abgrenzung zum Graustrom bestimmt, welche Förderung und welche Abgaben auf die geladene Energie entfallen.Der Unterschied ist nicht physikalisch, sondern bilanziell. Strom im Netz lässt sich nicht nach Herkunft trennen; entscheidend ist, was gemessen und zugeordnet wird. Lädt der Speicher ausschließlich PV-Strom, bleibt die Förderung erhalten. Sobald auch Netzstrom hineinfließt, gilt er als Mischbetrieb, und es muss nachgewiesen werden, welcher Anteil woher stammt. Genau dafür gibt es die Abgrenzungsoption.
- Grünstromspeicher
- Einstellung in Furo: Der Speicher lädt nur aus der PV-Anlage und nicht aus dem Netz. Nur dann ist die EEG-gleitende Marktprämie zu 100% möglich, sonst nur anteilig nach dem Grünstromanteil im Speicher (MiSpeL).
- HochlastzeitfensterHLZ
- Vom Verteilnetzbetreiber festgelegter Zeitraum, in dem die Netzlast typischerweise am höchsten ist. Nur dort zählt die Kappung für die atypische Netznutzung.
- Intraday-HandelIDA, IDC
- Kurzfristigerer Stromhandel als der Day-Ahead-Spotmarkt: Die Intraday-Auktion (IDA) handelt Viertelstundenprodukte für den Folgetag, der Intraday-Continuous-Handel (IDC) läuft fortlaufend bis kurz vor Lieferung. Relevant, sobald Flexibilitätsvermarktung über reine Day-Ahead-Arbitrage hinausgeht.
- Kalendarische und zyklische Alterung
- Zwei unabhängige Ursachen für den Kapazitätsverlust einer Batterie: Kalendarische Alterung entsteht allein durch Zeit, zyklische Alterung durch Nutzung. Beide zusammen bestimmen, wie sich Entladetiefe und Round-Trip-Wirkungsgrad über die Projektlaufzeit entwickeln.
- Kombi-AnalysePV & Batterie kombiniert, Kombinierte Analyse, kombinierte Wirtschaftlichkeit
- Analyseart, die PV-Anlage und Batterie gemeinsam bewertet. Im Tool heißt die Einstellung „PV & Batterie kombiniert“ und sitzt im PV-Schritt. Ohne sie rechnet Furo ausschließlich den Effekt der Batterie.Was sich im Ergebnis ändert: Standardmäßig vergleicht Furo einen Lastgang mit PV, aber ohne Batterie, gegen einen mit PV und Batterie, die PV-Anlage selbst steht damit nicht im Ergebnis. In der Kombi-Analyse kommen die Investitionskosten und die Einsparungen der PV hinzu, dazu drei zusätzliche Tabellen: PV-Stromeinsparungen, Amortisation PV und PV-Einspeiseerlöse. Voraussetzungen: mindestens eine PV-Anlage vom Anlagentyp „Geplant“ und PV-Investitionskosten größer als null. Eine getrennte Amortisation nur für den Speicher gibt es in der Kombi-Analyse nicht.
- Konzessionsabgabe
- Abgabe an die Kommune dafür, dass öffentliche Wege für Stromleitungen genutzt werden. Eine der Positionen, die auf der Stromrechnung in den Strompreis einfließen.
- Ladeinfrastruktur
- Ladepunkte für E-Fahrzeuge am Standort. In Furo mit dem Ankunftsmuster Batch oder Kontinuierlich simulierbar.
- LastgangLastprofil
- Zeitreihe des Stromverbrauchs über ein volles Jahr, als 15-Minuten- oder Stundenwerte, also 35.040 oder 8.760 Zeilen.
- Lastspitze
- Höchster Leistungswert im Abrechnungszeitraum. Sie bestimmt den Leistungspreis der Netzentgelte.
- Leistungspreis
- Jährlicher Netzentgeltanteil pro kW, berechnet auf die höchste Lastspitze. Der Hebel, an dem die Lastspitzenkappung ansetzt.
- MaLoMarktlokation
- Eindeutige Kennung eines Ein- oder Ausspeisepunkts in der Marktkommunikation, etwa für Netzanmeldung und Lieferantenwechsel. Abzugrenzen von der Messlokation (MeLo), die den konkreten Zählpunkt bezeichnet.
- MaStRMarktstammdatenregister
- Register der Bundesnetzagentur, in dem jede Erzeugungs- und Speicheranlage vor Inbetriebnahme angemeldet werden muss. Voraussetzung für Förderung, meist zusammen mit Anlagenzertifikat und Netzanmeldung abgewickelt.
- MiSpeL
- Regulatorischer Rahmen für den Mischbetrieb von Speichern, die sowohl PV- als auch Netzstrom laden, inklusive Abgrenzungsoption und Messnachweis.Hintergrund: Ein Speicher, der nur PV-Strom lädt, ist regulatorisch einfach. Sobald er auch Netzstrom lädt, mischen sich geförderter und ungeförderter Strom, und es muss geklärt werden, welcher Anteil welche Abgaben trägt. MiSpeL regelt genau diesen Mischbetrieb.
- Multi-UseKombinierte Anwendungen
- Mehrere Erlösquellen gleichzeitig mit einer Batterie erschließen, etwa Eigenverbrauch plus Lastspitzenkappung plus Spotmarkt.
- Netto-KapitalwertNPV
- Summe aller Ein- und Auszahlungen über die Projektlaufzeit, abgezinst auf heute. Furos zentrale Kennzahl für die Wirtschaftlichkeit.In einem Satz: Was sind alle künftigen Einsparungen wert, wenn ich sie auf heute umrechne, abzüglich dessen, was ich heute investiere? Ist der Wert positiv, verdient das Projekt mehr, als das Geld anderweitig anzulegen. Abgezinst wird, weil 1.000 € in zehn Jahren weniger wert sind als 1.000 € heute.
- Netzanmeldung
- Anmeldung der Anlage beim zuständigen Netzbetreiber vor Inbetriebnahme. Fällt in der Praxis meist nach dem Verkauf an, zusammen mit Anlagenzertifikat und Baugenehmigung.
- Netzanschlussprüfung
- Prüfung des Netzbetreibers, ob der geplante Anschluss am vorgesehenen Punkt und in der gewünschten Leistung möglich ist. Teil der Detailplanung, zusammen mit Anlagenzertifikat und Netzanmeldung.
- Netzentgelte
- Gebühren für die Nutzung des Stromnetzes. Sie bestehen aus einem Arbeitspreis pro kWh und einem Leistungspreis, der sich nach der individuellen Lastspitze richtet.
- Netznutzungsentgelt
- So heißen die Netzentgelte auf der Stromrechnung. Die Position teilt sich in einen Arbeitspreis pro kWh und einen Leistungspreis pro kW auf.
- Netzverknüpfungspunkt
- Die Stelle, an der die Kundenanlage an das öffentliche Netz angeschlossen ist. Sie trennt Behind the Meter von Front of the Meter.
- NotstromfähigkeitErsatzstromfunktion
- Möglichkeit, den Speicher bei einem Netzausfall als Inselnetz zur Versorgung des Standorts zu nutzen. Ein bei C&I-Kunden häufig nachgefragter Zusatznutzen neben Eigenverbrauch und Peak Shaving.
- Offshore-UmlageOffshore-Netzumlage
- Umlage zur Finanzierung der Netzanbindung von Offshore-Windparks. Eine der Positionen, die auf der Stromrechnung in den Strompreis einfließen.
- Optimale Batterie
- Furos Standard-Analyseart: die Konfiguration mit dem höchsten Netto-Kapitalwert. Sie ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Wahl für jeden Kunden, da sie oft auch die größte und teuerste Variante ist.Vorsicht im Verkauf: Der höchste Kapitalwert ist nicht dasselbe wie das beste Angebot. Größere Batterien haben oft den höheren absoluten Kapitalwert, binden aber mehr Eigenkapital und amortisieren langsamer. Eine oder zwei Stufen kleiner ist häufig leichter zu verkaufen. Zeig deshalb mehrere Größen im Vergleich, statt nur die Empfehlung.
- Peak ShavingLastspitzenkappung
- Gezieltes Abflachen von Lastspitzen mit der Batterie, um den Leistungspreis der Netzentgelte zu senken.
- PPAPower Purchase Agreement
- Langfristiger Stromliefervertrag zwischen einem Betreiber, der die Anlage finanziert, und einem Abnehmer, der den Strom zu einem vereinbarten Preis kauft.
- Prognosebasiertes EMS
- Steuerung, die Wetter-, Preis- und Verbrauchsprognosen auswertet, statt starr auf feste Schwellwerte zu reagieren.
- PV-Abregelung
- Gedrosselte PV-Einspeisung, wenn Netz- oder Wechselrichtergrenzen erreicht sind. Tritt auch mit Speicher auf, wenn dieser zu klein ausgelegt ist.
- RenditeIRR, Interner Zinsfuß
- Verzinsung des eingesetzten Kapitals über die Projektlaufzeit. Macht Projekte unterschiedlicher Größe vergleichbar, anders als der absolute Kapitalwert.
- Round-Trip-Wirkungsgrad
- Anteil der eingespeicherten Energie, der beim Entladen wieder herauskommt. Ein Teil geht bei jedem Lade- und Entladevorgang verloren.
- Selbstentladung
- Kapazitätsverlust der Batterie im Ruhezustand. Standardannahme in Furo: 2% pro Monat.
- SOCState of Charge, Ladezustand
- Aktueller Füllstand der Batterie in Prozent. Der freie SOC-Spielraum bestimmt, wie viel Kapazität für Spot-Markt-Arbitrage übrig bleibt.Für die Vermarktung entscheidend ist nicht die Nennkapazität, sondern der freie Spielraum. Eine 1.000-kWh-Batterie, die zwischen 40 und 60% arbeitet, hat 200 kWh frei. Dieselbe Batterie zwischen 20 und 80% hat 600 kWh frei. Deshalb schwankt der Arbitrage-Erlös von Tag zu Tag.
- Spannungsebene
- Netzebene des Anschlusses, also HöS, HS, MS oder NS. Sie bestimmt die Netzentgelte und die Erheblichkeitsschwelle bei atypischer Netznutzung.
- Spot-Markt-Arbitrage
- Günstig laden und teuer entladen oder vermarkten, auf Basis der Day-Ahead-Preise. Möglich ab 100 kW Speicherleistung.Die Idee ist simpel, die Umsetzung nicht: Der Preisunterschied zwischen günstigster und teuerster Stunde muss größer sein als die Wirkungsgradverluste plus die Abgaben auf den geladenen Strom. Von einer Preisspanne bleibt dadurch oft weniger als die Hälfte als Erlös übrig.
- Statischer Stromtarif
- Fester Strompreis pro kWh, der für alle Stunden des Jahres gleich bleibt, wie beim klassischen Stromliefervertrag.
- Stromsteuer
- Bundessteuer auf den Stromverbrauch, auf der Rechnung separat ausgewiesen und Teil des Strompreises. Für bestimmte Unternehmen des produzierenden Gewerbes gibt es Entlastungen.
- Strukturierter StromeinkaufTranchenmodell, Bändereinkauf
- Aufteilung des Bezugs in einen festen Terminmarktanteil und einen variablen Spotanteil. Die Batterie optimiert dabei nur den Spotanteil.Das Bild dazu: Ein festes Band Strom wird im Voraus gekauft, etwa 75% des Jahresverbrauchs zu einem heute fixierten Preis. Alles darüber hinaus wird am Spotmarkt nachgekauft, alles darunter gutgeschrieben. Für die Batterie heißt das: Nur der variable Anteil lässt sich optimieren, der Fixanteil ist bezahlt, unabhängig vom Verbrauchszeitpunkt.
- Tarifwechsel
- Wechsel der Netzentgelt-Tarifstufe oder des Stromliefervertrags. Die Einsparung daraus entsteht auch ohne Batterie und sollte getrennt vom Speicher-Ergebnis ausgewiesen werden.
- Terminmarkt
- Handel von Strom für künftige Lieferzeiträume zu heute fixierten Preisen. Basis des Fixanteils beim strukturierten Stromeinkauf.
- Tilgung
- Rückzahlung des aufgenommenen Kreditbetrags, getrennt von den Fremdzinsen als reinen Kosten der Finanzierung.
- ÜbertragungsnetzbetreiberÜNB, TSO
- Betreiber des überregionalen Höchstspannungsnetzes, in Deutschland 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW. Abzugrenzen vom Verteilnetzbetreiber, der das regionale Netz betreibt.
- Vermarktung
- Oberbegriff dafür, Strom oder Flexibilität am Markt zu verkaufen, statt ihn nur selbst zu verbrauchen. Umfasst die Direktvermarktung von PV-Strom und die Flexibilitätsvermarktung der Batterie.Das Verkaufsargument dahinter: Eine Batterie, die nur Eigenverbrauch optimiert, verdient nur dann, wenn gerade Sonne scheint oder eine Lastspitze ansteht. Den Rest der Zeit steht sie still. Vermarktung heißt, diese Leerlaufzeit zu Geld zu machen. Zwei Formen: Direktvermarktung verkauft erzeugten PV-Strom, Flexibilitätsvermarktung verkauft die Fähigkeit der Batterie, auf Signal zu laden oder zu entladen.
- Versicherung
- Absicherung von Anlage und Betriebsunterbrechung. Zählt zu den laufenden Betriebskosten und wird bei der Angebotserstellung oft vergessen.
- VerteilnetzbetreiberVNB, DSO
- Betreiber des regionalen Verteilnetzes. Legt Netzentgelte und Hochlastzeitfenster fest.
- Virtuelle Batterie
- Digitaler Zwilling der geplanten Batterie, der mit Wetter-, Preis- und Verbrauchsprognosen laufend zeigt, was die Anlage an einem Tag tatsächlich verdient hätte.
- Wechselrichter
- Wandelt den Gleichstrom von PV-Modulen oder Batterie in netzkonformen Wechselstrom. Seine Leistungsgrenze kann die Einspeisung begrenzen und PV-Abregelung auslösen.
- Wirkarbeit
- Die tatsächlich verbrauchte elektrische Arbeit in kWh, auf der Stromrechnung als Mengenposition abgerechnet. Grundlage aller mengenabhängigen Preisbestandteile.
- Zeitversetzte PV-Einspeisung
- Einspeisen von PV-Strom zu einem späteren, wirtschaftlich besseren Zeitpunkt über den Speicher, statt zur Mittagsspitze.
- Zyklenfestigkeit
- Anzahl der Vollzyklen, die eine Batterie bis zu einem definierten Kapazitätsverlust durchläuft, meist bis 80% Restkapazität. Grundlage für die Lebensdauer-Annahme in der Wirtschaftlichkeitsrechnung.
A
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
P
R
S
T
U
V
W
Z